Die Lücke

Eine Lücke kann entsetzlich sein. Eine Lücke kann entstehen. Das, was vorher da war, bleibt unersetzlich. Da, wo vorher etwas war, bleibt eine Leere.

Eine Lücke kann entsetzlich sein. Eine Lücke kann seit Beginn sein. Die Umgebung widersetzt sich, die Lücke zu schließen.

Eine Lücke kann wie eine Wunde sein.

Der Vater einer Freundin ist gestorben. Die Freundin sagt zum Abschied: „Für dich wird es einfacher sein, wenn deine Eltern sterben. Du hast den Kontakt zu ihnen abgebrochen.“

Eine Bruch kann wie eine Wunde sein.

Die eine trauert um das, was sie hatte. Die andere trauert um das, was sie nie hatte.

Hätte ich eine Wahl, ich würde den Schmerz wählen, der mich daran erinnert, dass mein Vater mich liebte und dass es gut war.

Meinen Schmerz trage ich ein Leben lang mit mir. Seit Beginn. Heute tut es weh – nicht mehr jeden Tag – nicht mehr so stark.

Etwas zu vermissen, was es gab. Etwas zu vermissen, was es nie gab. Beide Lücken werden bleiben.

Ich verstehe den Gedanken meiner Freundin – gedacht aus ihrer Trauer heraus. Der Wunsch den Schmerz nicht zu spüren.


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