Das Innere Kind

Eine ehemalige Kollegin absolvierte eine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie und erzählte davon. Das ist ungefähr 15 Jahre her. Sie begleitete regelmäßig Wochenendseminare, während denen die Teilnehmenden ihre Inneren Kinder suchten.

Ach, so, das Innere Kind. So, so.

Ich habe damals ein Buch zu dem Thema gelesen, ich weiß nicht mehr welches. Inneres Kind. So, so.

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich das Hörbuch „Das Kind in dir muss Heimat finden: Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme“. Nicht weil ich glaubte, dass ich darin den Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme finden würde, sondern aus reinem Interesse. Ich habe sehr viel mit den Augen gerollt, das weiß ich, den genauen Inhalt habe ich vergessen. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich das Buch doof finde.

Ich habe bei solchen Modellen große Vorbehalte. Das Persönlichkeitsmodell des Innere Teams von Friedemann Schulz von Thun leuchtet mir ein. Es ist eine Metapher. Trotzdem stelle ich mir ein Team vor, das aus mehreren Personen besteht, und die sind in mir drin und nein, ich möchte das bitte nicht.

Vorbehalte hin, Vorbehalte her. Ich will, dass es mir besser geht. Also vielleicht doch mal nach dem Inneren Kind schauen?!

Ich höre eine geführte Meditation und für diesen Moment lasse ich mich ein und finde es nicht blöd (nur ein bisschen).

Begegnung mit dem Inneren Kind. „Frag dein Inneres Kind, was es braucht.“

Ich wiederhole gedanklich:

Was brauchst du?

Was brauchst du?

Was brauchst du?

Was brauchst du?

Und mir wird klar, dass das, was ich für einen Monolog halte, ein Dialog ist.

Ich weiß nicht, was ich brauche oder erlaube es mir nicht, es auszusprechen. Meinem Inneren Kind geht es womöglich ähnlich.

„Sage deinem Inneren Kind, dass du es liebst.“

Jetzt ist auch mal gut, denke ich.


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